Generation Käfer. Unsere besten Jahre

Generation Käfer. Unsere besten Jahre
Am 30. Juli 2003, einem Mittwoch, lief in Mexiko der letzte VW-Käfer vom Band. Damit ging eine fast siebzigjährige Ära des deutschen Automobilbaus zu Ende. Der Käfer, das war mehr als nur ein Auto. Nach dem Krieg war er das Symbol für eine sich automobilisierende Generation, die, im Schutt des Krieges geboren, das daniederliegende Nachkriegsdeutschland (West) wieder auf die Beine brachte -- politisch, gesellschaftlich und (vor allem) ökonomisch. Die Generation Käfer, das führt uns dieser Band aus der Feder des 1948 geborenen Jürgen Brater in 19 Kapiteln anschaulich vor Augen, unterscheidet sich in Vielem recht deutlich (und in Manchem überraschend wenig) von der Generation Golf, deren Vertreter ihr nicht selten vorhalten, das, wofür man sie heute (viel zu sehr) bewundere -- vor allem das „Wirtschaftswunder“ -- sei ihr doch nur in den Schoß gefallen.

Doch solcherlei Kleinlich- und Kleinigkeiten (die aber auch, wie Brater überzeugend darlegt, etwas mit den wahren Gründen dafür zu tun haben, dass der Neue Markt der Golf-Generation nach der Jahrtausendwende zusammengebrochen ist) bilden nur einen der vielen Themenkomplexe dieses lesenswerten Abrisses der bundesrepublikanischen Gesellschaftsgeschichte. In anderen Kapiteln befasst sich der Autor mit den im Rückblick immer noch viel wichtigeren Dingen, wie den kleinen Details der Ausstattung, dem Psychogramm des typischen Fahrers (und Beifahrers), reizvollen Verkehrszielen, „Sex im Industriegebiet“, der Frage nach dem Fortschritt oder „ungewaschenen Blumenkindern, Scheißern und dem Zwang sich einzumischen“. Ein Buch für die, die sich erinnern wollen, aber auch für alle, die verstehen wollen, wie die westdeutsche Nachkriegsgeneration tickt und was das alles mit diesem buckligen Auto zu tun hat… -- Andreas Vierecke

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Kundenmeinungen

von AZEEGRHKITFQ0
Mein erstes und bisher einziges Auto war ein Käfer. Trotzdem zähle ich mich nicht zu der vom Autor nach diesem Fahrzeug benannten Generation. Ich erfreute mich nichtsdestotrotz am locker-flockigen Rückblick auf die vermieften 50er und 60er, vom großen Adenauer bis zum langhaarigen Langhans. Die 19 anekdotischen Kapitel von "Lehranstalten" über "Scham" bis "Rock" kommen dabei nicht so tiefschürfend soziologisch und philosophisch daher wie Richard David Precht in "Lenin kam nur bis Lüdenscheid", bringen aber typische Ereignisse, Verhaltensweisen, Eigen- oder Besonderheiten mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. Dass damals die Welt noch in Ordnung war, die Kinder nicht wie heute bildschirmsüchtig vor der Glotze hockten, ist eine wahrhaft tiefe Erkenntnis. Die damaligen Verhältnisse förderten angeblich die Kreativität, die der Autor bei der heutigen Jugend (berechtigt?) in Frage stellt.

Als Kinder der 50er, 60er oder sogar 70er Jahre sind wir die wahren Helden! Wir saßen im Käfer zu acht, ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Ist das noch vorstellbar? Wohl nicht, aber es war die Realität. Ob es sie besten Jahre waren, sei dahingestellt.

Die teilweise provokanten Betrachtungen der damaligen im Vergleich zur heutigen Zeit regen zu weiteren Reflektionen über entscheidende Entwicklungen und markante Veränderungen, über nicht hinterfragte aktuelle Gegebenheiten an. Und das auf lustige, spannende, aber niemals besserwisserische Art. 
von A2BDPQ4A5VZSI9
ich finde dieses buch einfach charmant und ich muß hinzu sagen, daß es sogar mich in kindheitserinnerungen schwelgen läßt und ich die nachkriegszeit sehr spanndend finde.
es klingt sicher absurd, wenn ich erwähne, daß meine kindheit im osten stattfand und ich zudem 78er baujahr bin ;) selbst ich habe dinge in dem buch wieder gefunden, die auch ich noch in meiner kindheit erlebte. der sportlehrer z.b. oder die spiele, die gespielt wurden. hach es ist einfach wunderschön zu lesen. es ist eben ein buch über kindheitserinnerungen und auch werden vergleiche gezogen zur generation von heute. und ja, ich stimme in vielen mit dem autor überein. auch ich sehe, daß die heutige kindheit sich wenig gedanken machen muß über sich selbst, kreativ ist und sich evtl. mal draußen aufhält und die natur genießt. heute gibt es videospiele, sämtliche fernsehprogramme usw. usw.
ich könnte noch stundenlang darüber schreiben, doch lasse ich das lieber mal und schlage einfach vor dieses buch zu lesen und selbst zu urteilen... 
von AXJ29ARD8TTAG
Selten habe ich ein Buch von vorne bis hinten in einem Zug durchgelesen. Bei "Generation Käfer" konnte ich gar nicht anders. Es ist, als hätte der Autor mich nach meinen Kindheitserinnerungen, nach meinen Erlebnissen in der Nachkriegszeit und meinen Sehnsüchten in den Fünfzigern befragt. Alles wird genauso beschrieben wie ich es im Gedächntis habe, ein Aha-Erlebnis jagt das andere. Ein herrlicher Lesespaß und zugleich ein Buch, das nachdenklich macht. 

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